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  • Hocker
  • Werner von Grawert (16.11.1867 - 18.10.1918), Sammler
  • 19. Jh.
    Datierung engl.: 19th or early 20th century
  • Kongo (Land/Region)
    Urua (Region)
  • Holz
  • Objektmaß: 55,5 x 23 x 23 cm
  • Ident.Nr. III C 14967
  • Sammlung: Ethnologisches Museum | Afrika
  • © Foto: Ethnologisches Museum der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Beschreibung
Eine ausgeprägte geometrische Symmetrie bestimmt die Komposition dieses Hockers. Die überlangen, kräftigen Arme der stehenden Karyatide sind im rechten Winkel erhoben, die Oberarme mit den flachen Schultern stehen waagerecht, die Unterarme und die riesigen Hände parallel zur Mittelachse, die von Kopf, säulenartigem Hals und Torso gebildet wird. Diese zweidimensionale Strenge wird austariert durch die Bewegung in die Tiefe, die sich zwischen vorgewölbtem Nabel und nach hinten gestrecktem, plastisch ausgeformtem Gesäß sowie zwischen Gesicht und Frisur entwickelt. Die entstehende Spannung suggeriert Kraft und müheloses Stützen der Sitzfläche – in übertragenem Sinn das Stützen der sakralen Autorität des Herrschers. Wie die Einzelfiguren sollen die meist weiblichen Karyatiden Ahnen verkörpern und somit auf die Rolle der Frauen als Hüterinnen der Grundsätze des Königtums hinweisen. Mit dem rautenförmigen, in die sphärische Stirn- und Kopfpartie übergehenden Gesicht und den scharfkantig geformten Gesichtszügen entfernt sich das Antlitz dieser ungewöhnlichen Figur vom heiteren Ausdruck der bekannteren Luba-Plastik und vermittelt Würde und Strenge. / P.I.


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