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  • Becher (Gefäß)
  • 836 - 892
    Datierung engl.: 836 - 892
    Dynastie - dt.: Abbasiden
    Dynastie - engl.: Abbasids
  • Herkunft (Allgemein): Irak (Land)
    Fundort: Samarra (Ort)
  • transparentes, leicht grünliches und dunkelgrünes Glas, frei geblasen, geschliffen
  • Höhe: 7,9 cm
    Durchmesser: 9,5 cm
    Wandungsstärke: min. 0,25 cm
    Wandungsstärke: max. 0,4 cm
  • Ident.Nr. Sam 800.2
  • Sammlung: Museum für Islamische Kunst
  • © Foto: Museum für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Johannes Kramer
Description
Multimedia
Frei geblasener Becher aus farblosem, leicht grünlichem Glas mit dunkelgrünem Überfang und geschliffenem Dekor. Der zylindrische Becher hat an zwei gegenüberliegenden Seiten eine dünne dunkelgrüne Glasschicht über dem farblosen Glas aufgeschmolzen, den Überfang. Dieser reicht rechteckig vom Boden bis knapp unter den Rand und ist wie der Rest des Bechers mit Schliffdekor versehen. Die farblosen Teile des Gefäßes sind mit dreifachen Rauten dekoriert, die beidseitig von länglichen Bögen eingefasst werden.
Die beiden Überfangflächen sind unterschiedlich geschliffen: auf der einen Seite erscheinen eine stehende und eine hängende Halbpalmette, in die bei der rechten, stehenden ein großes Blatt sowie eine kleine geschwungene Linie eingeschrieben sind. Die andere Halbpalmette hingegen ist mit drei parallelen Linien verziert. Auf der anderen Fläche ist ein ineinander geschachteltes doppeltes Rechteck zu sehen, dessen vier Seiten von Dreiecken bekrönt sind, während in den Zwickeln über den Ecken jeweils eine Blattform erscheint. Der Becher hat einen flachen Boden und eine gerade Lippe; der Becherrand ist innen schräg geschliffen.
Die Technik des Überfangs findet sich auf unterschiedlichen Gefäßtypen, nicht nur bei Bechern. Es gibt auch diverse Flaschen mit ein- und mehrfarbigen Überfangflächen, aber auch Krüge und Schalen. Der bislang früheste archäologische Nachweis dieses auch als Kameoglas bekannten Dekors stammt aus den Ausgrabungen in Samarra, dessen Blütezeit als Kalifenresidenz zwischen die Jahre 836 und 892 fällt. Daher muss man davon ausgehen, dass diese Technik, wohl eine Wiederbelebung nach römischen Vorbildern, bereits im 9. Jahrhundert im Irak praktiziert wurde. Weitere in Samarra gefundene Fragmente mit blauem Überfang auf einem farblosen Glas sind perfekt ausgeführt, so dass die Technik in dieser Gegend bereits sicher beherrscht worden sein muss.


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