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Innerer Sarg des Pa-es-tenfi, Priester des Amun in Karnak (Deckel)
  • Innerer Sarg des Pa-es-tenfi, Priester des Amun in Karnak (Deckel)
  • Mensch (Grabausstattung / Sarg/Sarkophag)
  • Historische Datierung: 25.–26. Dynastie
  • Theben (Ägypten / Oberägypten)
  • Holz (Material), grundiert (gelb), bemalt; Glas (Einlagen)
  • 46 x 51,5 x 177 cm
  • Ident.Nr. ÄM 52/01
  • Sammlung: Ägyptisches Museum und Papyrussammlung | Ägyptisches Museum
  • © Foto: Ägyptisches Museum und Papyrussammlung der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Sandra Steiß
Beschreibung
Objektverknüpfungen
Während des Neuen Reichs hatte sich in Ägypten der Kult des Gottes Amun vor allem in Theben etabliert und eine einflussreiche Priesterschaft hervorgebracht. Seit vielen Generationen gehörte auch die Familie des Pa-es-tenfi zu dieser thebanischen Oberschicht. Nicht nur das üppig ausgestattete Grab, auch der innere seiner drei Särge lässt mit seiner außergewöhnlichen Qualität und seinem Reichtum an Dekoration und Farbigkeit keinen Zweifel am gesellschaftlichen Stellenwert des Besitzers aufkommen.
Das Gesicht besticht vor allem durch die auffallenden Augen. Die Einlagen aus zweifarbigem Glas verleihen den Gesichtszügen große Lebendigkeit. Typisch ist dagegen der Bezug auf den Gott der Unterwelt Osiris, der nicht nur durch die mumienförmige Gestalt des Holzsargs, sondern auch durch den Götterbart zur Geltung kommt. Einen weiteren Akzent setzt der farbenfrohe Blütenkragen, der sich über die Brust sowie die Schultern erstreckt.
Der Umriss des Sargdeckels ist anthropomorph gestaltet und wird durch zwei geflügelte Gottheiten auf dem Scheitel und im Fußbereich eingerahmt. Die Göttinnen Nut und Isis sichern nicht nur symbolisch, sondern auch in Form von Beischriften ihren Schutz und Opfergaben dem Verstorbenen zu. In dem von ihnen eingefassten Bereich des Sargs sind vier Register zu sehen: Auf die Horussöhne, die als Schutzgötter der Kanopen und Toten galten, folgen je zwei Erscheinungsformen des für die Mumifizierung zuständigen schakalsköpfigen Gottes Anubis und des Sonnengottes Re. Das folgende Register wird durch den Erdgott Geb, den falkenköpfigen Horus und den mumiengestaltigen Ptah ausgefüllt. Die Komposita im untersten Abschnitt des Sargs aus Udjat-Augen, Neb-Zeichen und Scheintüren stellen eine weitere Schutzformel dar. Auch der Sockel des Sargdeckels wurde mit Schutzsymbolen eingefasst, die sogenannten Anch-Zeichen stehen sinnbildlich für das Weiterleben im Jenseits.
Innen ist der Sargdeckelvollständig mit Sprüchen aus dem Totenbuch überzogen, die dem Verstorbenen als Jenseitsführer dienen sollten. In ihren Formulierungen weichen einzelne Sprüche jedoch vom standardisierten Text ab. Da Pa-es-tenfi in den Inschriften seiner Särge als „Künstler am Tempel des Amun“ bezeichnet wird, lässt sich eine individuelle Vorgabe an die Handwerker vermuten.
(Olivia Kühne)


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