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  • Steinfigur
  • Walter Lehmann (16.9.1878 - 2.7.1939), Sammler
  • 500 - 1000
  • Costa Rica
    Cartago (Provinz)
    Capelladas (Ort)
  • Stein
  • Objektmaß: 16,1 x 10,1 x 7,7 cm
  • Ident.Nr. IV Ca 41684
  • Sammlung: Ethnologisches Museum | Amerika
  • © Foto: Ethnologisches Museum der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andrea Blumtritt
Description
Kleine, anthropomorphe Steinskulptur mit einer stark untersetzten Statur. Die aufrecht stehende Figur scheint männliche und weibliche Charakteristika miteinander zu vereinen. Sie besitzt einen großen, runden Kopf mit einem breiten, flachen Gesicht. Es wurde durch eine hochständige, gravierte Linie von den übrigen Kopfpartien abgesetzt. Die Skulptur hat kleine Ohren, eingetiefte, runde Augen, eine breite Nase und einen großen, geschlossenen Mund. Die nackte Gestalt scheint ihre relativ kurzen Arme auf den Bauch zu legen. An ihren breiten Hüften setzen zwei gedrungene, kräftige Beine an. Sie sind durch einen Mittelsteg miteinander verbunden, der im Unterschied zu den Hochlandskulpturen der Periode VI (1550-1000d.C.) nicht beseitigt wurde. Die Oberfläche des leicht erodierten Objekts ist geglättet. Die Skulptur hat eine plane Basis, die zur Aufstellung dient.

Die Figur besitzt keine individualisierenden Merkmale. Ihr starres, fliehendes Gesicht weist möglicherweise auf eine Gesichtsmaske hin. Die Füße und Hände der Gestalt wurden nur angedeutet. Soziale Bedeutung: Mason (1945: 280) vermutet, daß die meisten Skulpturen der Capelladas-Pacayas-Gruppe Oberflächenfunde darstellen. Ihre einfache Form kann eine besondere kulturelle Tradition oder mangelnde handwerkliche Fertigkeiten anzeigen.

Kulturelle Bedeutung: die Gruppe wurde zuerst von Lehmann (1913) und Mason (1945) beschrieben. Sie umfaßt kleine, massive Skulpturen, die von den Fundorten Capelladas, Pacayas (beide bei Juan Viñas) und San Isidro de Arenilla (bei San José) stammen. Die Objekte stellen zoomorphe und anthropomorphe Wesen dar, die auf einer planen Basis stehen, hocken, knien, sitzen oder liegen. Sie können vogel-, affen-, katzen-, echsen- sowie männer- oder frauenähnliche Gestalten verkörpern. Die Figuren besitzen einen großen, runden Kopf, ein flaches Gesicht und einen breiten, eingetieften Mund. Ihre relativ kurzen Arme und Beine nehmen wenige, standartisierte Haltungen ein. Die Zeitstellung der Gruppe kann nicht zweifelsfrei bestimmt werden, da ihre archäologischen Kontexte unbekannt sind. Die kaum differenzierten Typen scheinen aufgrund ihrer Gestaltung auf die Periode V (1000-500d.C.) zu verweisen.
(Künne 2005)


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