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  • Tongefäß
  • Walter Lehmann (16.9.1878 - 2.7.1939), Sammler
  • Bicromo en zonas (500 v.Chr. - 500 n.Chr.)
  • Costa Rica
    El Viejo (Ort)
    Guaca A (Archäologische Stätte)
  • Ton
  • Objektmaß: 10,7 x 20,5 x 19,5 cm
    Mündung: 10 cm x 16,2 cm
    Wandstärke: 0,8 cm
    Gewicht: ca. 700 g
  • Ident.Nr. IV Ca 41657
  • Sammlung: Ethnologisches Museum | Amerika
  • © Foto: Ethnologisches Museum der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andrea Blumtritt
Description
Dreibeinige, ovale Schüssel mit leicht einziehendem Rand. Die konvexe Wand ist an einer Objektseite konkav gekrümmt. Ihre äußere Oberfläche wird durch ein anthropomorphes Kopfprotomen, durch plastische Applikationen und durch feine Ritzungen verziert. Die Keramik besitzt zwei hohle, konische Beine und ein massives Bogenbein. Das Objekt wurde beidseitig geglättet, geschlämmt, grundiert und hoch poliert. Es hat mehrere geklebte Bruchstellen.

Die monochrome Keramik besitzt eine rot-braune Grundfarbe. Auf der Außenseite der Gefäßwand befindet sich ein anthropomorphes Kopfprotomen. Es gehört zu einer liegenden Figur, die ihre Beine anzieht und zu schlafen scheint. Die Gestalt stützt ihren Kopf auf einen gebeugten Arm, der gleichzeitig das einzige Bogenbein des Objekts bildet. Die dargestellte Person trägt eine runde Kopfbedekung. Sie wurde mit einem Kreuz verziert, das in seinem Zentrum ein konzentrisches Quadrat zeigt. Die übrigen Wandpartien sind durch zwei rechteckige Bildfelder dekoriert. Sie zeigen ineinander verschlungene Bänder, die an Textil oder Flechtwerk erinnern. Beide Panele werden am unteren Rand durch eine aufgesetzte, horizontale Wulst begrenzt. Am gekrümmten Körper der liegenden Figur erscheint ebenfalls ein rechteckiges Ritzdekor. Das grundierte Objektinnere blieb unverziert. Nach Lothrop 1926: orange brown ware. Nach Lehmann 1913: El Viejo-Stil.

Kulturelle Bedeutung: der Typ ist sowohl aus Bestattungen als auch aus Haushaltskontexten bekannt. Seine Keramiken zeigen gestalterische Einflüsse aus dem Zentralen Hochland und der Atlantischen Abdachung von Costa Rica. Das Objekt gehört zu einem Konvolut dekontextualisierter Objekte, die Lehmann im März 1908 in einem Gräberfeld bei El Viejo fand. Allein aus der Huaca A sollen 480 Objekte stammen. Sie umfassen neben Keramiken auch Beile, Reibsteine, Muscheln und “Grünsteine“. Letztere waren mit Körperbestattungen assoziiert.
(Künne 2004)


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