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  • Tonfigur
  • Walter Lehmann (16.9.1878 - 2.7.1939), Sammler
  • 300 v.Chr. - 500 n.Chr.
  • Costa Rica
    Guanacaste (Provinz)
    Filadelfia (Kanton)
    El Viejo (Ort)
    Huaca A
  • Ton
  • Objektmaß: 10,7 x 9,8 x 6,2 cm
  • Ident.Nr. IV Ca 41622
  • Sammlung: Ethnologisches Museum | Amerika
  • © Foto: Ethnologisches Museum der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andrea Blumtritt
Description
Anthropo-zoomorphe Miniatur. Das Objekt besitzt drei Beine, die sich an einem hohlen, tonnenförmigen Körper befinden. Die stehende Figur trägt einen flachen Gegenstand (Brett, Sitz oder Reibtisch?) auf dem Rücken, der durch zwei Seile (?) am Körper befestigt wurde. Ihre Arme scheinen an die halsständige Seilpartie zu greifen. Der Kopf der Skulptur wird von einer runden Kappe bedeckt. Die Figur trägt Ohrschmuck und besitzt am Hals zwei kleine, gegenständige Öffnungen, die wahrscheinlich zur Aufhängung dienten. Am Rücken befindet sich eine größere, runde Öffnung. Das Objekt wurde geglättet, geschlämmt, grundiert, geritzt und leicht poliert. Die Grundierung ist partiell erodiert. An dem transportierten Gegenstand befindet sich eine Bruchstelle.

Die monochrome Figur besitzt eine weiße Grundfarbe. Ihre Körperhaltung weist auf ein stehendes, anthropomorphes Wesen hin. Kopfgestaltung und Beine deuten dagegen einen echsenähnlichen Charakter an. Soziale Bedeutung: ähnliche Keramiken wurden als Ritualobjekt (Bransford 1881; Bonilla et al. 1987), als Anhänger oder als Gefäßpfeife (Lehmann 1913) interpretiert. Symbolische Bedeutung: im südamerikanischen Tiefland galten Kaimane als "Herr der Fische" und als "Bringer des Maniok" (Bischof 1982: 14). Nach Lehmann 1913: El Viejo-Stil. Lothrop (1926) bespricht die Keramik unter den Gruppen orange-brown ware figurines und red ware figurines.

Kulturelle Bedeutung: die Gruppe ist nur aus dem Süden der Region Gran Nicoya bekannt. Ihre Objekte wurden vor allem in Bestattungen dokumentiert. Die Keramik gehört zu einem Konvolut dekontextualisierter Objekte, die Lehmann im März 1908 in einem Gräberfeld bei El Viejo fand. Allein aus der Huaca A sollen 480 Objekte stammen. Sie umfassen neben Keramiken auch Beile, Reibsteine, Muscheln und “Grünsteine“. Letztere waren mit Körperbestattungen assoziiert.
(Künne 2004)


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