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  • Tonfigur
  • Walter Lehmann (16.9.1878 - 2.7.1939), Sammler
  • Policromo Medio (800 - 1350)
  • Nicaragua
  • Ton
  • Objektmaß: 18,6 x 14,1 x 15,6 cm
    Mündung: 14,1 cm
    Wandstärke: 0,7 cm
  • Ident.Nr. IV Ca 41612
  • Sammlung: Ethnologisches Museum | Amerika
  • © Foto: Ethnologisches Museum der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andrea Blumtritt
Description
Große, sitzende, anthropomorphe Figur. Die Gestalt streckt ihre Beine aus und stemmt beide Arme in die Hüften. Sie besitzt einen übergroßen, abgeflachten Kopf. Er wird durch einen elaborierten Kopfschmuck verziert, der eine ovale Mündung besitzt. Die hohle Skulptur trägt zwei Ohrringe und weist an der Nase zwei kleine Perforationen auf. Unter den Armen und am Hals liegen zwei gegenständige, runde Öffnungen. Die Beine der Figur besitzen ebenfalls kleine Öffnungen. Ihre Rückseite blieb weitgehend unbemalt. Das Objekt wurde geglättet, geschlämmt, grundiert, bemalt und poliert. Bemalung und Grundierung sind partiell erodiert. Am Ansatz des Torso befindet sich eine geklebte Bruchstelle.

Die Keramik besitzt eine weiß-bräunliche Grundfarbe, die schwarz-braun und rot bemalt wurde. An Beinen, Körper und Oberarmen befinden sich Felder mit geometrischen Motiven, die Textil oder Flechtwerk imitieren. Der abgeflachte Kopf weist auf eine Schädeldeformation hin. Am Mund erscheint eine lineare Bemalung, die wahrscheinlich eine Maske andeutet. Der Kopfschmuck wird durch vertikale Linien, Kreuze und Flechtmotive markiert. Ferrero (1975) und Healy (1980) weisen auf sitzende und stehende anthropomorphe Figuren hin, die einen offenen oder geschlossenen Kopfschmuck tragen können. Symbolische Bedeutung: die Figur stellt wahrscheinlich eine Person mit hohem Sozialprestige dar. Stevenson-Day (1997) interpretiert die weiblichen Skulpturen der Gruppe Mora Policromo als Schamanen. Nach Lothrop 1926: highland polychrome ware.


Kulturelle Bedeutung: die Keramik der Mora Gruppe wurde im Nordwesten Costa Ricas hergestellt und nach dem Zentralen Hochland und der Atlantikregion des Landes gehandelt. Sie verwendet gestalterische Elemente (sitzende anthropomorphe Figuren mit Kopfschmuck, Matten-Motiv, Kan-Kreuz), die auch aus der Maya-Keramik (Copador-Gruppe) des Clásico Tardío (900-600d.C.) bekannt sind. Die anthropomorphen Figuren der Variante Guabal zeigen im Vergleich zu den anthropomorphen Skulpturen der zoniert zweifarbigen Keramik (Rosales Esgrafiado) und des Policromo Antiguo (Gruppe Galo Policromo) einen größeren darstellerischen Schematismus.
(Künne 2004)


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