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  • Doppelgefäß
  • Walter Lehmann (16.9.1878 - 2.7.1939), Sammler
  • 500 - 1550
  • Costa Rica
    San José (Stadt)
    San Isidro de Arenilla (Ort)
  • Ton
  • Objektmaß: 15,7 x 23,3 x 11,3 cm
    Mündung: 6,1 cm (Gefäß a)
    Öffnung: 5 cm (Gefäß a)
    Mündung: 7,1 cm (Gefäß b)
    Öffnung: 5,6 cm (Gefäß b)
    Wandstärke: 0,7 cm
  • Ident.Nr. IV Ca 41561
  • Sammlung: Ethnologisches Museum | Amerika
  • © Foto: Ethnologisches Museum der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Peter Jacob
Beschreibung
Doppelgefäß, das aus zwei kleinen Krügen besteht, die durch einen oberrandständigen, planen Bügelhenkel und eine mittelständige, massive Tonmasse miteinander verbunden werden. Die rundbodigen Behälter besitzen einen kurzen, leicht auskragenden Hals. Das Objekt hat drei hohle, konische Beine mit Rasselkugeln. An jedem Gefäßkörper befindet sich ein mittelständiges, aufgesetztes Gesicht. Die Keramik wurde beidseitig geglättet, geschlämmt und grundiert. Ihre Grundierung ist stark erodiert. Das restaurierte Objekt besitzt mehrere Bruchstellen und Abplatzungen.

Das monochrome Gefäß hat eine rot-braune Grundfarbe. Am Körper befinden sich zwei gegenständige, anthropomorphe Gesichter. Der Bügelhenkel besitzt eine ovale, plastische Auflage. Nach Lothrop 1926: highland, red ware, type C.

Kulturelle Bedeutung: überregional verbreitete Keramik, die im Zentralen Hochland, an der Atlantischen Abdachung und in der Region Diquís hergestellt wurde. Die historischen Gruppen Curridabat ware (Hartman 1907), stone cist ware (La Cabaña Aplicado), red ware, type C (Lothrop 1926) und handled group (Holmes 1888; MacCurdy 1911) sind aus typologischer Perspektive eng miteinander verwandt. Die Keramiken wurden in den Perioden VI (1550-1000d.C.) und V (1000-500d.C.) angefertigt. Monochrome, plastisch verzierte Waren sind sowohl aus Steinkistengräbern als auch aus Haushaltskontexten bekannt. Hartman (1901: 31-33) fand in Las Mercedes (Atlantische Abdachung) Objekte des Typs La Cabaña Aplicado, die mit Glasperlen assoziiert waren. Stone (1977: 167) berichtet aus Tuis (Zentrales Hochland) Keramiken derselben Gruppe (stone cist ware), bei denen sich eine venezianische Glasperle befand.
(Künne 2004)


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