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  • Tonschale
  • Walter Lehmann (16.9.1878 - 2.7.1939), Sammler
  • Policromo Medio (800 - 1350)
  • Costa Rica
    Cartago (Stadt)
  • Ton
  • Objektmaß: 10,9 x 27,3 x 25,5 cm
    Mündung: 24 cm
    Wandstärke: 0,6 cm
  • Ident.Nr. IV Ca 41536
  • Sammlung: Ethnologisches Museum | Amerika
  • © Foto: Ethnologisches Museum der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andrea Blumtritt
Description
Dreibeinige, tiefe Schale mit einem gewölbten Boden. Die zoomorphen Beine besitzen eine enge, vertikale Öffnung und eine Rasselkugel. Das Objekt wurde beidseitig geglättet, geschlämmt, grundiert, bemalt und hoch poliert. Grundierung und Bemalung sind leicht erodiert. Die restaurierte Keramik besitzt mehrere Bruchstellen und Materialergänzungen.

Die Schale hat eine weiß-gelbliche Grundfarbe, die rot, orange, braun und schwarz bemalt wurde. Auf ihrer Innenseite erscheint ein hochständiger, umlaufender Fries mit Stufenelementen. An der Wand befinden sich drei mittelständige, avimorphe Figuren, die sich in die gleiche Richtung zu bewegen scheinen. Ihr Körper wurde als Rhombus gestaltet und mit einer Swastika verziert. Die Motive werden als Gefäßbeine wiederholt. Im Fond der Schale befindet sich ein bimorphes Wesen. Es scheint aus einem anthropomorphen Reiter zu bestehen, der auf einer säugetierähnlichen Gestalt sitzt. Die farbliche Akzentuierung der Figuren korrespondiert miteinander. Die Außenseite des Objekts wurde mit einem umlaufenden Fries verziert, der vertikale Linien, Winkelelemente und Punkte zeigt. Der Fries ist von horizontalen, roten Bändern begrenzt. Am Boden befindet sich ein weiteres, umlaufendes, rotes Band. Chronologische Bedeutung: die bodenständige, figürliche Verzierung scheint für eine Anfertigung der Schale im 16. Jahrhundert zu sprechen. Nach Lothrop 1926: highland polychrome ware, plumed serpent, type B.

Kulturelle Bedeutung: der Typ wurde ausschließlich im Süden der Region Gran Nicoya hergestellt. Er sticht durch die farbliche Bandbreite seiner Verzierungen, einen feinen Strich und die Darstellung bewegter Figuren hervor. Die Keramik ist vor allem aus Bestattungen bekannt.
(Künne 2004)


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