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  • Tongefäß
  • Walter Lehmann (16.9.1878 - 2.7.1939), Sammler
  • 1000 - 1550
  • Costa Rica
  • Ton
  • Höhe: (Objekt) 22,8 cm
    Höhe: (Kopf) 7,8 cm
    Breite: (Objekt) 26,9 cm
    Breite: (Kopf) 7,9 cm
    Tiefe: (Objekt) 21,3 cm
    Wandstärke: 0,7 cm
  • Ident.Nr. IV Ca 41511 a,b
  • Sammlung: Ethnologisches Museum | Amerika
  • © Foto: Ethnologisches Museum der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andrea Blumtritt
Description
Zweiteiliges Figurengefäß in Form eines eulenähnlichen Vogels. Das Objekt besteht aus einem bauchigen Krug und einer tiefen Schale mit geraden Wänden. Der Krug besitzt einen kurzen, zylindrischen Hals und zwei hohle Beine. Beide Objektbestandteile können aufeinander gesetzt werden, wobei die invertierte Schale als Deckel dient. Die skulpturierten Gefäße besitzen mehrere aufgesetzte Verzierungen, die den Schnabel, die Ohren, die Flügel und die Schwanzfeden des dargestellten Wesens verkörpern. Seine Beine verfügen über schmale, vertikale Öffnungen. Die Schale hat ein aufgesetztes, hohles Schnabelprotomen, das gleichzeitig als Handhabe diente. Das Figurengefäß besitzt zwei hals- und bodenständige Öffnungen, die wahrscheinlich zur Aufhängung dienten. Die Objektbestandteile wurden beidseitig geglättet, geschlämmt und grundiert. Ihre Außenseiten sind polychrom bemalt und poliert. Bemalung und Grundierung sind partiell erodiert. Die Keramik besitzt mehrere Bruchstellen.

Das Objekt hat eine weiß-gelbliche Grundfarbe, die auf der Außenseite der Keramik rot und schwarz bemalt ist. Der Krug stellt den aufgeblähten Körper eines avimorphen Wesens dar. Er besitzt zwei mittelständige Flügel- und ein Schwanzprotomen, die mit schwarzen Rhomben und Dreiecken bemalt wurden. Eine breite rote Linie begrenzt die dekorierten Flächen. Das Objekt verfügt über einen schulterständigen Fries. Er zeigt schwarze Punkte und Linien, die ebenfalls von einer breiten, roten Linie eingerahmt werden. Die Schale besitzt die Gestalt eines Vogelkopfes und zitiert die Verzierungen des Kruges. Die Ohren und der hohle Schnabel wurden rot bemalt. Ähnliche Figuren treten auch als Gefäßflöten auf (Holmes 1888: 169, Fig. 254). Symbolische Bedeutung: Holmes (1888: 183) und MacCurdy (1911) sprechen Scheiben, Trapeze und Vierecke, die in ihrem Zentrum Punkte besitzen, als Schuppen- oder Alligatormotive an. Die gleichen Verzierungen erscheinen jedoch auch bei anderen Tiergruppen. Nach Holmes 1888: alligator ware. Nach Lehmann: Chiriquí-Stil.

Kulturelle Bedeutung: Stone (1958: 48) berichtet, daß Objekte dieses Typs in einer Bestattung mit Eisenobjekten vergesellschaftet waren. Sie nimmt daher an, daß diese Keramiken in der Region Diquís (Pacífico Sur) auch noch nach der Ankunft der spanischen Eroberer hergestellt wurden.
(Künne 2004)


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