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  • Tonscherbe
  • Walter Lehmann (16.9.1878 - 2.7.1939), Sammler
  • Policromo Medio (800 - 1350)
  • Nicaragua
    Zapatera (Insel)
    Guabillo (Gräberfeld)
  • Ton
  • Objektmaß: 7,9 x 13,2 x 3,1 cm
    Wandstärke: 0,65 cm
    Öffnung: 22 cm
  • Ident.Nr. IV Ca 41148
  • Sammlung: Ethnologisches Museum | Amerika
  • © Foto: Ethnologisches Museum der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andrea Blumtritt
Description
Zwei geklebte Randscherben einer stark fragmentierten Schale. Das Objekt wurde beidseitig geglättet, geschlämmt, grundiert und bemalt. Grundierung und Bemalung sind partiell erodiert.

Die Keramik besitzt eine weiß-gelbliche Grundfarbe, die rot, orange und schwarz bemalt wurde. Auf der Außenseite des Scherbens befinden sich drei horizontale, orange Bänder. Die Innenseite des Fragments wird durch einen waagerechten, unterrandständigen Fries verziert, der aus vertikalen Streifen besteht. Ein hochständiges, oranges Band trennt ihn von einem weiteren mittelständigen Fries, der einen schwarzen Skorpion, ein horizontales S-Element sowie rote Punkte und Scheiben zeigt. Das sichtbare Panel wird durch zwei horizontale, schwarze Bänder begrenzt, die durch eine Wellenlinie verziert sind. Ihre gegenwärtige, blau-graue Färbung ist vermutlich der Verwitterung geschuldet. Auf den tiefständigen Wandpartien erscheint ein horizontales, oranges Band.

Kulturelle Bedeutung: die Objekte der Gruppe Papagayo Policromo stehen in der Region Gran Nicoya am Anfang der polychromen Bemalung auf weiß-gelblicher Grundierung. Die Tradition dauerte bis ins Policromo Tardío (1350-1520d.C.) an. Ihre Verzierungen zeigen einen starken mesoamerikanischen Einfluß. Er manifestiert sich unter anderem in der Verdrängung von Echsen- und Fledermausthemen durch Raubkatzen- und Schlangendarstellungen. Die Variante ist sowohl aus Bestattungen als auch aus Siedlungskontexten bekannt. Sie gilt als diagnostischer Anzeiger für die zweite Hälfte des Policromo Medio (1350-800d.C.). Das Objekt stammt aus einem Gräberfeld, das aus etwa 30 Tumuli besteht.
(Künne 2004)


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