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Die Bauakademie
  • Die Bauakademie
  • Bild
  • Eduard Gaertner (2.6.1801 - 22.2.1877), Maler
  • 1868
  • Öl auf Leinwand
  • 63 x 82 cm
  • Ident.Nr. A II 61 a
  • 1914 Ankauf von Albert March, Charlottenburg
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Jörg P. Anders
Description
Provenienz
Die Bauakademie ist im »vollsten Sinne des Wortes ein Kunstwerk«, schrieb der Zeitgenosse Samuel Heinrich Spiker in seiner Berlin-Topographie (Berlin und seine Umgebungen im 19. Jahrhundert, Berlin, 1833–1840, S. XX). Zwischen 1832 und 1836 wurde die Bauschule von Karl Friedrich Schinkel auf dem Gelände des alten Packhofs an der Spree errichtet. Schinkel hatte hier ein hochmodernes Verfahren angewandt: In ein tragendes Gerüst wurden unverputzte Backsteinziegel eingesetzt. Durch seine Konstruktion sowie die mit Schmuckziegeln und Terrakotten verzierte Fassade setzte der Bau neue Maßstäbe. Im Erdgeschoß befanden sich Läden, die unter anderem an die Textilhandlung Gerson und den Verlag der Gebrüder Gropius vermietet waren. Schinkel besaß in dem Gebäude bis zu seinem Tod 1841 eine Dienstwohnung. Nach dem Umzug der Bauschule nach Charlottenburg 1884 waren im Gebäude zeitweise das Meßbildarchiv und Sammlungen der Nationalgalerie untergebracht. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Bauakademie stark beschädigt, 1962 folgte der Abriß.
Gaertners Gemälde zeigt die Südostecke des Gebäudes in kühner Schrägansicht, die von der Ostseite lediglich zwei Fensterachsen sichtbar werden läßt. Präzise schildert der Künstler die Einzelheiten der Ziegelfassade mit ihren Friesen, Gesimsen, Lisenen sowie den Reliefs zur Geschichte der Baukunst. Hinter der Bauakademie ragen die markanten, mit Fialen bekrönten Türme der ebenfalls von Schinkel aus Backstein erbauten Friedrichswerderschen Kirche auf. Jenseits des Werderschen Marktes erscheint die Kuppel des Französischen Doms am Gendarmenmarkt. Auf der Straße sind Fuhrwerke und Fußgänger unterwegs. Zwei Damen in Krinolinen überqueren die Schleusenbrücke über den Kupfergraben, an dem Jungen ihre Angel ausgeworfen haben. Vor einer vorbeifahrenden Kutsche zieht ein Herr seinen Hut. Passanten verweilen an den mit Glas- und Silbersachen gefüllten Schaufenstern der Geschäfte im Erdgeschoß, um das verlockend funkelnde Warenangebot zu betrachten. Die milde Vormittagssonne wirft lange Schatten, sie bilden dunkle Partien auf dem rötlich schimmernden, hell beleuchteten Backstein. | Birgit Verwiebe


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. rechts unten: E. Gaertner. 1868

AUSSTELLUNGEN
– Berliner Panorama, Zürich, Kunsthaus, April 1959
– Panorama Berlinois. Vu par les peintres 1750-1950, Paris, Galerie Creuze, 18.4.-14.5.1961
– Bilder deutscher Städte, Berlin (West), Akademie der Künste, 2.9.-25.9.1966
– Eduard Gaertner. Architekturmaler in Berlin, Berlin (West), Berlin Museum, 6.9.-4.10.1968
– Karl Friedrich Schinkel. A Universal Man, London, Victoria and Albert Museum, 31.7.-27.10.1991
– Karl Friedrich Schinkel. A Universal Man, London, Victoria and Albert Museum, 31.7.-27.10.1991
– Karl Friedrich Schinkels Berliner Bauakademie, Berlin, Kunstbibliothek im Kunstforum der GrundkreditBank, 16.8.-20.10.1996 und 1.11.-26.12.1996
– Unter den Linden. Berlins Boulevard in Ansichten von Schinkel, Gaertner und Menzel, Berlin, Nationalgalerie, und Stadtmuseum Berlin im Kunstforum in der Grundkreditbank, 5.2.-27.4.1997
– Eduard Gaertner. 1801-1877, Berlin, Stiftung Stadtmuseum Berlin, Museum Ephraim-Palais, 23.3.-4.6.2001
– Die Hand des Architekten. Zeichnungen aus Berliner Architektursammlungen, Berlin, Kunstbibliothek, 21.7.-20.10.2002
– Im Tempel der Kunst. Die Künstlermythen der Deutschen, Berlin, Alte Nationalgalerie, 1.10.2008-18.1.2009
– Karl Friedrich Schinkel. Geschichte und Poesie, Berlin, Kupferstichkabinett, 7.9.2012-6.1.2013

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Berlin 1966: Bilder deutscher Städte, Ausst.-Kat. Akademie der Künste, Berlin (West), 2.9.-25.9.1966, S. 87, Kat.-Nr. 118
– Ausst.-Kat. Berlin 1968: Eduard Gaertner. Architekturmaler in Berlin, Ausst.-Kat. Berlin Museum, Berlin (West), 6.9.-4.10.1968, S. 14, Kat.-Nr. 32, Abb. 19
– Ausst.-Kat. Berlin 1996: Karl Friedrich Schinkels Berliner Bauakademie. In Kunst und Architektur / In Vergangenheit und Gegenwart, Ausst.-Kat. Kunstforum der GrundkreditBank, Berlin, 16.8.-20.10.1996 und 1.11.-26.12.1996, S. 150, Kat.-Nr. 64, Abb. S. 65, Farb-Titelbild
– Ausst.-Kat. Berlin 1997: Unter den Linden. Berlins Boulevard in Ansichten von Schinkel, Gaertner und Menzel, hrsg. v. Birgit Verwiebe, Ausst.-Kat. Kunstforum in der Grundkreditbank, Berlin, 5.2.-27.4.1997, S. 180, Kat.-Nr. 59 mit Farbtaf.
– Ausst.-Kat. Berlin 2001: Eduard Gaertner. 1801-1877, hrsg. von Dominik Bartmann, Ausst.-Kat. Museum Ephraim-Palais 23.3.-4.6.2001, S. 309-310, Kat.-Nr. 119
– Ausst.-Kat. Berlin 2006: Pour le mérite. Vom königlichen Gelehrtenkabinett zur nationalen Bildnissammlung, Ausst.-Kat. Alte Nationalgalerie, Berlin, 26.5.-10.9.2006, S. 31 mit Farbabb.
– Ausst.-Kat. Berlin 2008: Im Tempel der Kunst. Die Künstlermythen der Deutschen, hrsg. v. Bernhard Maaz, Ausst.-Kat. Alte Nationalgalerie, Berlin, 1.10.2008-18.1.2009, S. 53, 152, Kat. 15, Farbabb. S. 52
– Ausst.-Kat. Berlin 2012: Karl Friedrich Schinkel. Geschichte und Poesie, hrsg. v. Hein-Th. Schulze Altcappenberg, Rolf H. Johannsen und Christiane Lange, Ausst.-Kat. Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett, Berlin, 7.9.2012-6.1.2013; Kunsthalle der Hypo Kulturstiftung, München, 1.2.-12.5.2013, Kat.-Nr. 132, S. 180-181
– Ausst.-Kat. London 1991: Karl Friedrich Schinkel, a universal man, hrsg. v. Michael Snodin, Ausst.-Kat. Victoria and Albert Museum, London, 31.7.-27.10.1991, S. 179, Kat.-Nr. 119 mit Farbabb.
– Ausst.-Kat. Paris 1961: Panorama Berlinois. Berlin - vu par les peintres. 1750-1950, Ausst.-Kat. Galerie Creuze, Paris, 18.4.-14.5.1961, Kat.-Nr. 20
– Betthausen 1983: Peter Betthausen, Karl Friedrich Schinkel, Berlin (Ost) 1983, Farb-Titelbild
– Brauer/Jannasch 1968: Verzeichnis der vereinigten Kunstsammlungen. Nationalgalerie (Preussischer Kulturbesitz). Galerie des 20. Jahrhunderts (Land Berlin), bearb. v. Heinrich Brauer und Adolf Jannasch, Berlin (West) 1968, S. 72, Abb. 159, S. 314
– Geist 1993: Jonas Geist, K. F. Schinkel. Die Bauakademie. Eine Vergegenwärtigung, Frankfurt am Main, Fischer, 1993, Taf. S. 6 f.
– Grabowski 1994: Jörn Grabowski, Die Nationale Bildnis-Sammlung. Zur Geschichte der ersten Nebenabteilung der Nationalgalerie, in: Jahrbuch Preußischer Kulturbesitz, Bd. 31 (1995), S. 297-322, S. 299, Abb. 1
– Graefrath/Maaz 1993: Robert Graefrath und Bernhard Maaz, Die Friedrichswerdersche Kirche in Berlin. Baudenkmal und Museum, Berlin/München 1993, S. 170, Farbabb. 40, S. 45
– Jordan 1876: Max Jordan (Hrsg.), Beschreibendes Verzeichniß der Kunstwerke in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Katalog der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Skulpturen in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Bildwerke in der National-Galerie zu Berlin, Berlin 1876, 1916-1934, Kat.-Nr. 1229
– Justi 1920: Ludwig Justi (Hrsg.), Deutsche Malkunst im 19. Jahrhundert. Ein Führer durch die Nationalgalerie, Berlin 1920, S. 124
– Justi 1926: Ludwig Justi, Paul Ortwin Rave und Ludwig Thormaehlen, Zweihundert Bilder der Nationalgalerie. Erworben 1910 bis 1925 von Ludwig Justi, Berlin 1926, S. 15, Taf. 67
– Justi 1932: Ludwig Justi, Von Runge bis Thoma. Deutsche Malkunst im 19. und 20. Jahrhundert. Ein Gang durch die National-Galerie, Berlin, Bard, 1932, S. 106
– Krieger 1986: Galerie der Romantik, hrsg. v. Peter Krieger, Berlin (West) 1986, S. 160 f. mit Farbabb.
– Ludwig 1960: Hans Ludwig, Erlebnis Berlin. Dreihundert Jahre Berlin im Spiegel seiner Kunst, Berlin (Ost) 1960, Abb. S. 56
– Maaz 2001: Bernhard Maaz, Martina Abri und Christian Raabe, Die Friedrichswerdersche Kirche. Schinkels Werk, Wirkung und Welt, Berlin 2001, S. 80, Farbtaf. Abb. 86
– MuseumsJournal 1987 ff: MuseumsJournal (1987 ff), 6. Jg., Nr. IV, Oktober 1992, S. 8 ff. mit Farbabb.
– Nationalgalerie 1976: Nationalgalerie. Verzeichnis der Gemälde und Skulpturen des 19. Jahrhunderts, Band 1, hrsg. v. Barbara Dieterich und Peter Krieger und Elisabeth Krimmel-Decker, Berlin (West) 1976, S. 146 mit Abb.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Nationalgalerie. Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen, München 1999 (CD-ROM)
– Peschken 1961: Goerd Peschken, Schinkels Bauakademie in Berlin, Berlin (West) 1961, Abb. S. 13
– Pundt 1972: Hermann G. Pundt, Schinkel's Berlin. A Study in Environmental Planning, Cambridge (Mass.), Harvard University Press, 1972, S. 183, Abb. 99
– Rave 1939-68: Paul Ortwin Rave und Margarete Kühn (Hrsg.), Denkmäler deutscher Kunst, Berlin/München 1939 ff., Bd. 3, 1962, S. 57, Abb. 56
– Rave 1994: Paul Ortwin Rave, Schriften über Künstler und die Kunst, Stuttgart 1994, Abb. S. 74
– Schulz 2012: Bernhard Schulz, Schinkels englische Reise. Wendepunkt oder Intermezzo? Die Industrie und die Poesie des Bauens, in: Karl Friedrich Schinkel. Geschichte und Poesie. Das Studienbuch, hrsg. v. Hein-Th. Schulze Altcappenberg und Rolf H. Johannsen, Berlin, Deutscher Kunstverlag, 2012, S. 105-115, S. 108, Abb. 2
– Schuster 2001: Peter-Klaus Schuster (Hrsg.), Die Nationalgalerie, Köln 2001, S. 316 mit Farbabb.
– Szambien 1989: Werner Szambien, Schinkel, Paris 1989, Farbabb. S. 24
– Trost 1991: Edit Trost, Eduard Gaertner, Berlin, Henschel, 1991, o. S., Farbtaf. 94
– Wesenberg/Förschl 2001: Angelika Wesenberg und Eve Förschl (Hrsg.), Nationalgalerie Berlin. Das XIX. Jahrhundert. Katalog der ausgestellten Werke, Leipzig 2001, S. 156 f., Kat.-Nr. 168 mit Farbabb.
– Wesenberg/Verwiebe/Freyberger 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 272 mit Abb.
– WVZ Wirth 1979: Irmgard Wirth, Eduard Gaertner. Der Berliner Architekturmaler, Berlin (West) 1979, S. 64, 239, Kat.-Nr. 116, Taf. 195


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