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Im Wintergarten
  • Im Wintergarten
  • Bild
  • Edouard Manet (25.1.1832 - 30.4.1883), Maler
  • 1878/1879
  • Öl auf Leinwand
  • Höhe x Breite: 115 x 150 cm
    Rahmenmaß: 151,0 x 185,0 x 19,0 cm
  • Ident.Nr. A I 550
  • 1896 Geschenk von Berliner Kunstfreunden (Eduard Arnhold, Ernst und Robert von Mendelssohn, Hugo Oppenheim)
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Jörg P. Anders
Description
Im Juni 1896 waren Max Liebermann und Hugo von Tschudi gemeinsam in Paris. Tschudi, der erst seit Februar Direktor der Nationalgalerie war, erwarb hier das große Bild »Im Wintergarten« von Édouard Manet. Ein Ankauf wie ein Fanal, das die Neubelebung der Nationalgalerie nach Jahren der Stagnation einleitete. Ende des Jahres war das Bild Höhepunkt einer Ausstellung der Neuerwerbungen. Bald schritt der Kaiser regulierend ein, auch Schenkungen mußten fortan von ihm genehmigt werden. Und noch 1904 wurde das Bild im preußischen Abgeordnetenhaus als erotisch anzüglich und damit unsittlich angegriffen (vgl. Stenographische Berichte über die Verhandlungen des Preußischen Hauses der Abgeordneten, 20. Legislaturperiode, 1. Session, 1904/05, Bd. 3, S. 3726 ff.).
Das war eigentlich gut beobachtet: Bereits der Wintergarten an sich, mit seinen südlich üppigen Pflanzen, vermittelt eine erotische Atmosphäre, in zahlreichen Romanen der Zeit ist er Schauplatz entsprechender Situationen. Auf diesem Bild aber geschieht wenig. Die Frau sitzt links am Ende der Bank, der Mann steht vorgebeugt hinter dieser. Genau im Mittelpunkt des Bildes befindet sich das Händepaar, auf der Banklehne aufliegend. Ihre Hand hängt locker herab, seine gehört offensichtlich zu dem aktiveren Partner. Der Zeigefinger weist auf sie, aber die Zigarre zwischen den Fingern unterbindet jede Berührung. Mann und Frau scheinen im Gespräch vereinzelt.
Dargestellt sind Freunde Manets, das Ehepaar Guillemet, sie betrieben ein Modegeschäft in der Rue Saint-Honoré. Manet malte sie in dem als Treibhaus ausgestatteten Atelier des Malers Georg von Rosen, welches er zu jener Zeit benutzte. Im Januar zuvor war ihm das Atelier gekündigt worden, nachdem Nachbarn gegen seine Privatausstellung zweier von der Jury des Pariser Salons abgelehnter Bilder protestiert hatten. | Angelika Wesenberg


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. links unten: Manet 1879

AUSSTELLUNGEN
– Salon, Paris, 1879
– Exposition des oeuvres de Edouard Manet, Paris, École des beaux-arts, 6.-28.1.1884
– Edouard Manet, New York, Durand-Ruel Galleries, 1895
– Ausstellung der neuen Erwerbungen, Berlin, Königliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, Dez. 1896
– Caspers Kunstsalon, Berlin, 1905
– Internationale Kunstausstellung, Bremen, Kunsthalle, Feb. - April 1906
– Die klassische Malerei Frankreichs im XIX. Jahrhundert, Frankfurt am Main, Kunstverein, 1912
– Edouard Manet, Paris, Musée de l'Orangerie, 1932
– Impressionistes et Romantiques Français dans les musées allemands, Paris, Musée de l'Orangerie, 1951
– Die Nationalgalerie und ihre Stifter. Ausstellung zum hundertjährigen Bestehen der Nationalgalerie, Berlin (West), Nationalgalerie, 26.3.-7.5.1961
– Französische Malerei des 19. Jahrhunderts von David bis Cézanne, München, Haus der Kunst, 7.10.1964-6.1.1965
– Édouard Manet, 1832-1883, Philadelphia, Museum of Art, 3.11.-11.12.1966
– Édouard Manet, 1832-1883, Chicago, The Art Institute of Chicago, 13.1.-19.2.1967
– Bilder vom Menschen in der Kunst des Abendlandes. Jubiläumsausstellung der Preußischen Museen Berlin 1830-1980, Berlin (West), Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, Neue Nationalgalerie, 5.7.-28.9.1980
– Französische Malerei von Watteau bis Renoir. Meisterwerke aus der Gemäldegalerie und Nationalgalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz Berlin und anderen Sammlungen, Braunschweig, Herzog Anton Ulrich-Museum, 1.12.1983-22.1.1984
– Manet 1832-1883, New York, Metropolitan Museum of Art, 10.9.-27.11.1983
– Manet 1832-1883, Paris, Galeries nationales du Grand Palais, 22.4.-8.8.1983
– Französische Malerei von Watteau bis Renoir. Meisterwerke aus der Gemäldegalerie und Nationalgalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz Berlin, Aachen, Suermondt-Ludwig-Museum, 19.2.-8.4.1984
– Von Manet bis van Gogh. Hugo von Tschudi und der Kampf um die Moderne, Berlin, Alte Nationalgalerie, 20.9.1996-1.6.1997
– Max Liebermann, Jahrhundertwende, Berlin, Staatliche Museen zu Berlin, Alte Nationalgalerie, 20.7.-26.10.1997
– Von Manet bis van Gogh. Hugo von Tschudi und der Kampf um die Moderne, München, Neue Pinakothek, 24.1.-5.11.1997
– Von Caspar David Friedrich bis Manet. Meisterwerke der Nationalgalerie Berlin, Bremen, Kunsthalle, 14.8.-24.10.1999
– Edouard Manet und die Impressionisten, Stuttgart, Staatsgalerie, 21.9.2002-9.2.2003
– Manet at the Prado, Madrid, Museo del Prado, 13.10.2003-8.2.2004
– Masterpieces of the Museum Island, Berlin. Visions of the Divine in the Sanctuary of Art, Kobe, City Museum, 9.7.-10.10.2005
– Masterpieces of the Museum Island, Berlin. Visions of the Divine in the Sanctuary of Art, Tokyo, National Museum, 5.4.-12.6.2005
– Frankreich in der Nationalgalerie, Berlin, Staatlichen Museen zu Berlin, Nationalgalerie, 23.5.-7.10.2007
– Impressionismus - Expressionismus. Kunstwende, Berlin, Staatliche Museen zu Berlin, Alte Nationalgalerie, 22.5.-20.9.2015
– Manet - Sehen, Hamburger Kunsthalle, Hamburg, 27.05.2016-04.09.2016


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