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Pauline Hübner, geb. Bendemann
  • Pauline Hübner, geb. Bendemann
  • Bild
  • Julius Hübner (27.1.1806 - 7.11.1882), Maler
  • 1829
  • Öl auf Leinwand
  • 189,5 x 130 cm
  • Ident.Nr. A II 391
  • 1923 Ankauf von Heinrich Hübner, Berlin
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Jörg P. Anders
Description
Provenienz
Im pelzverbrämten weiten Samtkleid, unter dem nur ein Stück des preziösen Schwanensessels hervorlugt, im Rücken die schweren Falten eines gerafften Vorhangs, den zarten Pantoffel auf einem Fußkissen, den treuen Hund übersehend und den vieldeutig träumerischen tiefdunklen Blick auf den Betrachter gerichtet, eine Ganzfigur in Lebensgröße, wie sie eher einer Prinzessin als einer Bürgerlichen angemessen wäre (weshalb der König bei seinem Besuch der Akademieausstellung sich veranlaßt fühlte, zu fragen, wer es sei): Mit so barocken Anklängen stattete der junge Julius Hübner seine neunzehnjährige Braut Pauline Bendemann (1809–1895) aus. Er hatte sie kennengelernt, als er ihrem Bruder Eduard – Sohn des Bankiers Bendemann und später sein Kollege an der Dresdner Akademie – Hausunterricht im Zeichnen gab, und seit 1824 mehrfach gezeichnet. Das große Bild entstand nach dem Verlöbnis im Dezember 1828 und muß vor der gemeinsamen Italienreise (ab August 1829) fertig geworden sein. Offensichtlich stand Hübner das ähnlich anspruchsvolle Bildnis der jungen Berliner Bankiersgattin Fanny Ebers in rotem Kleid von seinem Lehrer Wilhelm Schadow vor Augen (1826, Neue Pinakothek, München): Namentlich das am linken Bildrand entlanggestaffelte Stilleben hat hier – mit Papagei, blühenden Pflanzen, einem aufwendig gestalteten Blumentisch – seine Entsprechung. Aber nicht nur die Pracht der Stoffe und Goldschmiedearbeiten unterstreicht den sinnlichen Reiz des lässig an den Tisch gelehnten schwarzäugigen Mädchens. Schwer zu übersehen, obwohl bei einem Brautbild eher befremdlich, ist die Vanitas-Symbolik des geöffneten Schmuckkastens, ebenso wie der erotische Beiklang der Muschel (eines Venus-Symbols), aus der eine rote Lilie wächst: Das »Denkmal der Liebe« (so die Inschrift auf dem Bild) gerät in die Nähe eines Kurtisanenbildnisses. | Claude Keisch


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. links oben (in der Ornamentleiste): Carissimam conjugem / aet: 19 ann. / depinxit Jul.Hübner / amoris sui monumentum / 1829 / JH [Monogramm]

AUSSTELLUNGEN
– Berliner Akademie-Ausstellung, Berlin, Königliche Akademie der Bildenden Künste, 1830
– Jahrhundert-Ausstellung, Ausstellung deutscher Kunst aus der Zeit von 1775-1875, Berlin, Königliche National-Galerie, Jan. - Mai 1906
– Bildnis-Ausstellung. Werke vom Ausgang des 18. Jahrhunderts bis zur Jetztzeit aus Berliner Privatbesitz, Berlin, Akademie der Künste, April - Mai 1920
– Julius Hübner (1806-1882), Berlin, National-Galerie, Dez. 1925 - Jan. 1926
– Kunst in Sachsen vor hundert Jahren, Dresden, Sächsischer Kunstverein, 29.4.-24.6.1928
– Deutsche Malerei des Neunzehnten Jahrhunderts, Wiesbaden, Museum Wiesbaden, 31.3. - April 1947
– Die Düsseldorfer Malerschule, Darmstadt, Städtische Kunstsammlung und Stadtmuseum Darmstadt Ausstellungshallen Mathildenhöhe, 22.7.-9.9.1979
– Die Düsseldorfer Malerschule, Düsseldorf, Kunstmuseum, 13.5.-7.8.1979

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Berlin 1830: Verzeichniß derjenigen Kunstwerke, welche von der Königlichen Akademie der Künste [...] öffentlich ausgestellt sind, Ausst.-Kat. Akademie der Künste, Berlin, 1830, S. 27, Kat.-Nr. 289
– Ausst.-Kat. Berlin 1906: Ausstellung deutscher Kunst aus der Zeit von 1775-1875 in der Königlichen Nationalgalerie, Ausst.-Kat. Königliche Nationalgalerie, Berlin, Januar-Mai 1906, Bd. II, S. 236, Kat.-Nr. 757, Abb. S. 237
– Ausst.-Kat. Berlin 1920: Bildnis-Ausstellung. Werke vom Ausgang des 18. Jahrhunderts bis zur Jetztzeit aus Berliner Privatbesitz, hrsg. v. Ludwig Manzel, Ausst.-Kat. Akademie der Künste, Berlin, 4.-5.1920, S. 22, Kat.-Nr. 79
– Ausst.-Kat. Berlin 1925: Julius Hübner. 1806-1882, hrsg. von Hans Mackowsky, Ausst.-Kat. National-Galerie Berlin 12.1925-1.1926, Verz. II, S. 18, Kat.-Nr. Bildnisse 6, Abb. S. 5
– Ausst.-Kat. Dresden 1928: Kunst in Sachsen vor hundert Jahren, Ausst.-Kat. Sächsischer Kunstverein, Dresden 29.4.-24.6.1928, Kat.-Nr. 191
– Ausst.-Kat. Düsseldorf 1979: Die Düsseldorfer Malerschule, Ausst.-Kat. Kunstmuseum Düsseldorf, 13.5.-8.7.1979; Mathildenhöhe, Darmstadt, 22.7.-9.9.1979, S. 347, Kat.-Nr. 113, Taf. S. 348
– Ausst.-Kat. Wiesbaden 1947: Deutsche Malerei des Neunzehnten Jahrhunderts, hrsg. v. Theodore Allen Heinrich, Ausst.-Kat. Central Collecting Point Wiesbaden (Landesmuseum) 1947, S. 19, Kat.-Nr. 33
– Boetticher 1891: Friedrich Boetticher, Malerwerke des 19. Jahrhunderts, Leipzig 1891, Bd. I, 2, S. 611, Kat.-Nr. 7
– Brauer/Jannasch 1968: Verzeichnis der vereinigten Kunstsammlungen. Nationalgalerie (Preussischer Kulturbesitz). Galerie des 20. Jahrhunderts (Land Berlin), bearb. v. Heinrich Brauer und Adolf Jannasch, Berlin 1968, S. 99
– Der Cicerone 1909-1930: Der Cicerone. Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers und Sammlers (1909-1930), Jg. XVII, 1925, II. Teil, S. 995-1001, hier S. 1001
– Gläser 1932: Käte Gläser, Das Bildnis im Berliner Biedermeier, Berlin 1932, S. 94 f.
– Gödecke-Behnke 1983: Martina Gödecke-Behnke, Das bürgerliche Frauenporträt der Düsseldorfer Malerschule im Zeitraum von 1820 bis 1848. Eine kunstgeschichtliche und kulturhistorische Betrachtung anhand von zehn Beispielen, St. Augustin, B. Kretschmer, 1983, S. 84
– Hütt 1964: Wolfgang Hütt, Die Düsseldorfer Malerschule 1819-1869, Leipzig 1964, S. 40 f., 172, Abb. 18
– Hütt 1984: Wolfgang Hütt, Die Düsseldorfer Malerschule 1819-1869, Leipzig, Seemann, 1984, 2. Aufl., S. 56 f., Farbabb. 28
– Jordan 1876: Max Jordan (Hrsg.), Beschreibendes Verzeichniß der Kunstwerke in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Katalog der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Skulpturen in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Bildwerke in der National-Galerie zu Berlin, Berlin 1876, 1926-1934, Kat.-Nr. 1442
– Justi 1926: Ludwig Justi, Paul Ortwin Rave und Ludwig Thormaehlen, Zweihundert Bilder der Nationalgalerie. Erworben 1910 bis 1925 von Ludwig Justi, Berlin 1926, S. 13, Taf. 23
– Justi 1932: Ludwig Justi, Von Runge bis Thoma. Deutsche Malkunst im 19. und 20. Jahrhundert. Ein Gang durch die National-Galerie, Berlin, Bard, 1932, S. 85
– Keisch 2005: Die Alte Nationalgalerie Berlin, hrsg. v. Claude Keisch, München & London 2005, S. 69, Kat.-Nr. 71, Farbtaf. S. 68
– Koetschau 1926: Karl Koetschau (Hrsg.), Rheinische Malerei in der Biedermeierzeit. Zugleich ein Rückblick auf die Jubiläums-Ausstellung Düsseldorf 1925 der Jahrtausendfeier der Rheinlande, Düsseldorf 1926, S. 64
– Nationalgalerie 1976: Nationalgalerie. Verzeichnis der Gemälde und Skulpturen des 19. Jahrhunderts, bearb. v. Barbara Dieterich und Peter Krieger und Elisabeth Krimmel-Decker, Berlin 1976, S. 178 mit Abb.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Nationalgalerie. Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen, München 1999 (CD-ROM)
– Scheyer 1963: Ernst Scheyer, Julius Hübner (1806-1882). Vom Biedermeier zur Akademie, in: Aurora. Ein romantischer Almanach, hrsg. v. Karl von Eichendorff, (1963), H. 23, S. 55-?, S. 63
– Scheyer 1965: Ernst Scheyer, Schlesische Malerei der Biedermeierzeit, Frankfurt am Main 1965, S. 294 f., Abb. 105 (Ausschnitt)
– Thieme/Becker 1907-1950: Ulrich Thieme und Felix Becker, Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Leipzig 1907-1950, Bd. 18, 1925, S. 48
– Wesenberg/Förschl 2001: Angelika Wesenberg und Eve Förschl (Hrsg.), Nationalgalerie Berlin. Das XIX. Jahrhundert. Katalog der ausgestellten Werke, Leipzig 2001, S. 192 f., Kat.-Nr. 212 mit Farbabb.
– Wesenberg/Verwiebe/Freyberger 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 390 mit Abb.
– WVZ Monschau-Schmittmann 1993: Birgid Monschau-Schmittmann, Julius Hübner. Leben und Werk eines Malers der Spätromantik (Dissertation), Hamburg 1993, S. 94-99, 237, Nr. 4, Taf. 10


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