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Der Große Altar von Pergamon
  • Der Große Altar von Pergamon
  • Architektur
  • 2. Viertel 2. Jh.v.Chr.
    Genauer: ca. 170 - 160 v.Chr.
  • Fundort: Pergamon (Türkei)
  • Marmor
  • Objektmaß: 34,2 x 36,8 m (Originalmaße)
  • Ident.Nr. Pe. 1
  • Sammlung: Antikensammlung
  • © Foto: Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Johannes Laurentius
Description
Rekonstruktion der Westfront mit Friesplatten der Gigantomachie und originalen Architekturteilen; die übrigen Platten des Gigantomachiefrieses an den gegenüberliegenden Saalwänden; im Saal über der Freitreppe Aufstellung des Telephosfrieses und Architekturproben vom Opferaltar; rechts neben der Altarfront und im Gang unter dem Altar Akroterfiguren (Götter, Pferde und Greif). Dokumentation zur Friesrestaurierung und Forschungsgeschichte im Gang unter der rekonstruierten Altarfront.

Der Pergamonaltar wurde während der Regierungszeit des Königs Eumenes II. (197 - 156 v.Chr.) errichtet und gehört zu den berühmtesten Monumenten der hellenistischen Kunst. Er erhebt sich über einer 36,80 m breiten und 34,20 m tiefen Grundfläche mit fünf Stufen, einem niedrigen Sockel und einem Unterbau, der mit einem 2,30 m hohen und 110 m langen Fries dekoriert war. Der Fries stellt den mythischen Kampf der Götter und Giganten dar, ein in der griechischen Kunst weit verbreitetes Thema. Eine zierliche Säulenhalle mit ionischen Kapitellen umgibt den Oberbau des Bauwerks. Der eigentliche Opferaltar stand im Innenhof des Gebäudes. Dieser Altar war entweder Zeus und Athena oder den Göttern insgesamt geweiht. Ein kleiner Fries schmückte die Innenwände des Altarhofes. Das ganze künstlerische Programm bezieht sich auf die politische Geschichte Pergamons. Das Thema des großen Frieses erinnert an die militärischen Erfolge der pergamenischen Herrscher, besonders über die in Kleinasien eingefallenen Kelten. Mehr als 100 überlebensgroße Figuren sind auf diesem Fries dargestellt. Keine Kampfszene gleicht der anderen. Gewänder, Haartracht und Fußbekleidung sind detailliert wiedergegeben. Der Ostfries ist den olympischen Göttern vorbehalten: rechts erscheinen Hera, Herakles, Zeus, Athena und Ares. Genealogische Beziehungen sichern den Zusammenhang der den Unterbau umgebenden Kampfszenen. An der Südostecke gehören Leto, Hekate, Asterie und Phoibe zusammen; an der Nordostecke kämpfen Ares und Aphrodite. Diese Götter des Tages und der Nacht - Eos (Göttin der Morgenröte), Helios (der Sonnengott) und Selene (die Mondgöttin) erscheinen auf dem Südfries. Im Norden traten im Gefolge des Ares Moiren und Erinnyen (Schicksals- und Rachegöttinnen) auf, im Westen kämpfen Dionysos und die Götter des Meeres. Nur die Westseite des Altares ist im Museum vollständig mit originalen Friesplatten und einzelnen originalen Architekturteilen rekonstruiert worden. Die originalen Friese der übrigen Seiten sind gegenüber an den Saalwänden angeordnet.


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