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Korinthische Bauchamphora
  • Korinthische Bauchamphora
  • Bauchamphora (Gefäßform / Amphora)
  • 2. Viertel 6. Jh.v.Chr.
  • Fundort: Cerveteri/Caere (Italien)
  • Ton, schwarzfigurig
  • Höhe: 34,8 cm
    Umfang: 72 cm
  • Ident.Nr. F 1652
  • 1877 erworben
  • Sammlung: Antikensammlung
  • © Foto: Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Ingrid Geske
Description
Ein bekanntes Mythenbild ziert die Vorderseite dieser korinthischen Bauchamphora: Die Befreiung der Andromeda durch den Helden Perseus.
Andromeda war die Tochter des äthiopischen – in anderen Quellen palästinensischen - Königs Kepheus und der schönen Kassiopeia. Da sich ihre Mutter rühmte, schöner als die Nereiden, die Töchter des Meeresgreises Nereus, zu sein, beklagten sich diese beim Meeresgott Poseidon und baten um Bestrafung der hochmütigen Königsfamilie. Nach einer anderen Sagenversion prahlte Kassiopeia mit der Schönheit ihrer Tochter.
Poseidon ließ die Küste des Königreiches durch eine Flutwelle verwüsten und schickte das Ketos, ein Meeresungeheuer. Nach einem Orakelspruch könnte nur die Opferung Andromedas weiteres Unheil vom Lande abwehren. Als Andromeda an einen Küstenfelsen gekettet das Untier erwartete, erschien der griechische Held Perseus. Er erkannte die Gefahr und bot seine Hilfe an, wenn ihm Andromeda zur Frau gegeben würde. Nach dem Heiratsversprechen des Kepheus tötete Perseus das Ungeheuer und befreite die Prinzessin.
Diese Sage ist in verschiedenen Variationen überliefert worden: das Meeresungeheuer wird oft als großer Fisch (Wal) beschrieben, viele Darstellungen zeigen aber auch Seeschlangen oder drachenartige Monster. Die Tötung des Ungeheuers geschieht entweder durch die Harpe, ein sichelartiges Schwert oder durch das Zeigen des Hauptes der Gorgo Medusa, das Perseus gerade mit göttlicher Hilfe abgeschlagen hatte und das alle Lebewesen beim Anblick versteinern lässt. Unserem Vasenbild, das die älteste uns bisher bekannte Darstellung dieser Sage ist, liegt offenbar eine eigene Version zugrunde: In der Mitte steht in Ausfallstellung Perseus mit Flügelschuhen, knappem Wams und Petasos. An seinem Arm hängt eine prall gefüllte Tasche, die vermutlich das Medusenhaupt enthält. Als Waffen hält er runde Steine in den Händen, von denen ein Vorrat zwischen seinen Beinen aufgehäuft ist. Diese schleudert er mit ausholenden Bewegungen dem Ungeheuer entgegen, dessen Kopf mit hundeartiger Schnauze am linken Bildrand zu sehen ist. Wellen vor dem Fuß des Perseus geben das Meer an. Rechts steht Andromeda im langen roten Gewand und wendet ihren Kopf dem Helden zu. Ihre angewinkelten Arme deuten vielleicht die Fesselung an. Andererseits hält in den Händen ebenso Steine – vielleicht als Handlangerin für Perseus? Diese Version ist sehr ungewöhnlich. Zweifelsfrei können jedoch durch die rechts- bzw. linksläufigen korinthischen Beischriften die Dargestellten klar gedeutet werden: Ketos, Perseus, Andromeda.


Von Göttern und Menschen - Bilder auf griechischen Vasen (2010) Nr. 10 (U. Kästner).


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