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Fragment eines Baumsarkophag-Kastens
  • Fragment eines Baumsarkophag-Kastens
  • Sarkophag (Fragment)
  • 360-370
  • Fundort: unbekannt
    Erwerbungsort: Genf
    Entstehungsort stilistisch: Rom
  • Marmor
  • Höhe: 53 cm
    Breite: 98 cm
    Tiefe: 11 cm
    Gewicht: 135 kg (vermutlich mit Sockel)
  • Ident.Nr. 12/93
  • 1993 im Kunsthandel erworben.
  • Sammlung: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst | Museum für Byzantinische Kunst
  • © Foto: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Antje Voigt
Description
Die gesamte Sarkophagfront war einst durch Bäume in fünf Nischen gegliedert, deren mittlere ein Triumphkreuz einnahm, das von einem Lorbeerkranz bekrönt wurde, an dem links eine Taube pickt. Im Lorbeerkranz ein Christusmonogramm mit den griechischen Buchstaben X und P. Unter dem Kreuz sitzt links ein emporblickender Soldat mit Helm, Brustpanzer, Schild und Lanze. Sein Gegenüber war gewöhnlich ein schlafender Soldat. In der linken Außennische sitzt Gott auf einem Felsen. Seine Linke hält eine Schriftrolle, während er seine verlorene Rechte wohl im Redegestus erhob. Kain und Abel treten heran, um ihre Gaben – Ährenbündel und Lamm - zu überreichen (Genesis 4,3-7). Die rechts folgende Baumnische schildert die Gefangennahme Petri. Der in der Mitte stehende Petrus verschränkt seine Hände vor dem Schoß. Von rechts eilt ein Soldat hinzu, der den Apostel am Mantelzipfel ergreift. Er trägt ein Schwert, das in der Scheide steckt. Links nähert sich ein weiterer Soldat mit gezogenem Schwert dem Rücken des Apostels. Beide Soldaten fehlt die sonst übliche pannonische Pelzmütze. In den Baumkronen befinden sich ein Vogelnest mit drei Küken, denen ein Elternteil Nahrung bringt, ein aus den Zweigen herausblickender Vogel, eine rosettenartige Blüte, sowie ein weiterer, aufgeschreckt mit den Flügeln schlagender Vogel. Auf dem Baumstamm zwischen beiden Szenen huscht eine Eidechse empor. Unterhalb der Astgabelung war die Darstellung einer Schnecke beabsichtigt. Auffällig ist, dass das Relief unfertig blieb: Der Reliefgrund ist ungleichmäßig bis in die Tiefe abgearbeitet, einige Figuren stehen noch in der Bosse, verschiedene Werkzeugspuren lassen sich studieren. Dennoch kann kein Zweifel daran bestehen, dass dieser Baumsarkophag ebenso wie andere unfertige Stücke verkauft und benutzt wurde.
(Theun-Mathias Schmidt)


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