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Armreliquiar des hl. Georg aus dem Welfenschatz
  • Armreliquiar des hl. Georg aus dem Welfenschatz
  • Reliquiar
  • um 1350
  • Entstehungsort stilistisch: Braunschweig
    Historischer Standort: Braunschweig, St. Blasius
  • Silberblech, teilvergoldet; Steinbesatz; Zedernholzkern
  • Objektmaß: 55,3 x 13,8 x 9,6 cm
  • Ident.Nr. W 33
  • Sammlung: Kunstgewerbemuseum
  • © Foto: Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Karen Bartsch
Description
Multimedia
An der Innenseite des Armreliquiars sind beide Ärmel durch ein Gitter aus Perlleisten überdeckt, hinter dem die in rotes Seidengewebe gehüllte Reliquie sichtbar ist. Das vor die Handfläche applizierte Attribut, eine miniaturhaft kleine Reiterlanze mit Brechscheibe, gibt einen Hinweis auf den verehrten Heiligen: Es handelt sich um das nach schriftlicher Überlieferung durch Herzog Albrecht von Braunschweig, Bischof von Halberstadt (Ep. 1324–1358), dem Schatz von St. Blasius in Braunschweig gestiftete Armreliquiar des hl. Georg.
Den herausragenden künstlerischen Rang des Werkes begründen die großformatigen figürlichen Gravierungen an der Außenseite des Armes. Unter einer Doppelwimperg-Arkade erscheint rechts der gerüstete Ritterheilige, links im bischöflichen Ornat der hl. Blasius, der Patronatsheilige der Braunschweiger Stiftskirche. Georg hält einen Schild mit dem Wappen der Herzöge von Braunschweig, Blasius einen mit dem Familienwappen der Rixa von Werle († 1317), der Mutter des Stifters. Das Wappen mit der Löwenmaske am Ärmel des Untergewandes gehört der Familie Morder, Vasallen des Albrecht von Mansfeld, Halberstädter Gegenbischof seit 1346, mit dem sich Albrecht von Braunschweig 1350 versöhnt hat. Es wird vermutet, dass die Stiftung des Armreliquiars mit diesem Ereignis in Verbindung stehen könnte.
Das Armreliquiar des hl. Georg zählt gemeinsam mit dem Rückdeckel des Einbandes vom Plenar Ottos des Milden zu einer im zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts wohl in Braunschweig entstandenen Werkgruppe, die einen besonderen Höhepunkt gotischer Goldschmiedekunst bezeichnet. LL


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