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Sog. Taufschale Kaiser Friedrichs I. Barbarossa
  • Sog. Taufschale Kaiser Friedrichs I. Barbarossa
  • Lavabobecken
  • Umarbeitung: um 1160
    Herstellung: 1. Viertel 12. Jahrhundert
  • Ausgabe: Gravur Aachen (?)
    Entstehungsort stilistisch: Aachen (?)
    Historischer Standort: Cappenberg, Prämonstratenser-Stift
  • Silber, teilvergoldet
  • Objektmaß: 24,4 x 24,4 x 4,4 cm
  • Ident.Nr. 1933,25
  • Sammlung: Kunstgewerbemuseum
  • © Foto: Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Hans-Joachim Bartsch
Description
Die Gravur im Schalenboden zeigt die Taufe Kaiser Friedrichs I. (Reg. 1152–1190). Die Zeremonie erscheint in Form der immersio, des dreimaligen Untertauchens des Täuflings, der als FRIDERIC(VS) I(M)P(ERA)T(OR) bezeichnet ist. Der das Sakrament voll¬ziehende Bischof ist im Moment des Handauflegens, der als OTTO benannte Taufpate beim Herausheben des Täuflings aus dem Taufbecken dargestellt. Dem Bischof assistiert ein Diakon und hinter dem als Graf Otto von Cappenberg († 1171) identifizierten Paten stehen zwei weltliche Zeugen. Die Szene ist von konzentrischen Inschriften umgeben, deren innere sich auf den läuternden Sinn der Taufwaschung bezieht: QVEM LAVAT UNDA FORIS HOMINIS MEMOR INTERIO¬RIS VT SIS Q(V)OD N(ON) ES ABLVE T(ER)GE Q(V)OD ES (Du, den das Wasser von außen reinigt, sei des inneren Menschen eingedenk; damit du werdest, was du nicht bist, wasche ab und reinige, was du bist). Der äußere Text lautet: CESAR ET AVGVSTVS HEC OTTONI FRIDERICVS MVNERA PATRINO CONTVLIT ILLE DEO (Friedrich, Kaiser und Mehrer des Reiches, hat diese Geschenke seinem Paten Otto überreicht, jener weihte sie Gott).
Bild und Inschriften können demzufolge erst nach der Kaiserkrönung 1155 entstanden sein. Fraglich bleibt, ob die – noch ungravierte – Silberschale bei Friedrichs Taufe um 1122 benutzt wurde. Als Taufwasserbehältnis wird man das kleine Becken indes nicht ansehen dürfen, denn der Taufritus der infusio, des dreimaligen Übergießens, war damals noch unüblich. Im Typus entspricht die Schale sakralen Handwaschbecken und als solches könnte sie bei der Taufe Friedrichs durchaus verwen¬det worden sein. LL


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