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  • Standschirm / Paravent
  • Hildesheimer & Faulkner, Hersteller
  • um 1900
  • Herkunft (Allgemein): England
  • Holz, Papier, Textil, Druck
  • Höhe x Breite x Tiefe: 171 x 228 x 2 cm
  • Ident.Nr. N (6 J) 494/2008
  • Sammlung: Museum Europäischer Kulturen
  • © Foto: Museum Europäischer Kulturen der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Ute Franz-Scarciglia
Description
Paravents sind mobile Trennwände für Wohn- und Schlafzimmer. Entsprechend einer Mode des ausgehenden 18. Jh., insbesondere in der Viktorianischen Zeit wurden sie zu reichen, mit Oblaten und ausgeschnittenen Bildern collagierten Raumdekorationen. Der vierteilige Paravent ist vorderseitig mit Oblaten, aus Zeitungen und anderen grafischen Medien ausgeschnittenen oder gekauften Bildchen beklebt. Die Motive waren vielfältig und hatten einen stereotypen Charakter. Sie sind in Flora und Fauna, der eigenen Kultur und in anderen Lebenswelten zu verorten. Daneben spiegeln sie auch zeitgenössische Themen des gesellschaftlichen und politischen Lebens wider.
Unter anderem finden sich Szenen spielender Kinder, Tiere, Früchte, Portraitköpfe von Menschen aus fremden Ländern - Araber, Sámi, Afrikaner - sowie historische Persönlichkeiten, z.B. Otto von Bismarck oder Königin Victoria. Diese Art der Collage wurde im 19. Jh. besonders in England sehr populär und auch für Alben genutzt. Mit ihren Zusammenstellungen erzählten die Bilder Geschichten; zugleich waren sie begehrte Sammelobjekte.
Der drucktechnische Vermerk „designed in England, printed in Germany“ auf einem fächerartigen Weihnachtsglückwunsch weist auf die grenzüberschreitende Bilderwelt und die Globalisierung der Konsumwelten hin.


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